Curicaca
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Die ersten Orientierungsstudien zur Vogelgesellschaft im Reservat haben die Anwesenheit von über 150 Arten ergeben. Da hierbei sehr gutes Filmmaterial entstanden ist kann für zukünftige tiefergehende Projekte davon ausgegangen werden dass sich die Zahl bekannter Arten stark erhöhen wird. Für Ornithologen stellt der eigene Charakter des Reservates zusammen mit den Beobachtungsmöglichkeiten in der Umgebung und entlang der Transpantaneira eine hervorragende Stätte dar um eine hohe Anzahl von Arten zu entdecken und beobachten.

Der Großteil des Territoriums liegt in privater Hand, prinzipiell dafür vorgesehen als Viehweide zu dienen. Viele dieser Viehwirte kombinieren dieses Geschäft mit dem Ökotourismus. Allerdings wird nur in wenigen bis gar keinen Fällen das vorrangige Ziel verfolgt den Urwald zu erhalten und zu schützen. Curicaca Wildlife Refuge das direkten Anschluss an die Transpaneira road hat ist eine unberührte Waldlandschaft von 300 Ha mit dem Fluss Novo als eine der Grenzen was die Studienmöglichkeiten erhöht da er sehr gut mit dem Kanu zu befahren ist. Zusätzlich bieten die vielzähligen Becken und Kanäle, offene oder dicht bewachsene Wasserflächen fantastische Möglichkeiten für den Naturalisten aller Sparten seine Beobachtungen durchzuführen. Dazu gehört natürlich auch von unserer Beobachtungsplattform die mystischen Pantanal-Sonnenuntergänge zu beobachten.

Unter den sechs biogeographischen Regionen des Planeten zeichnet sich die Neotropische (Süd- und Zentralamerika) durch die höchste Biodiversität aus. Dies ist auch ein Grund dafür, dass das Neotropicum stets eines der Hauptziele für Naturalisten aus aller Welt war. Unter der hohen Anzahl extrem reicher Ökosysteme die im Neotropicum zusammengefasst werden ist das Pantanal (portugiesisch: Sumpf) eines der am meisten hervorstechendsten. Mit einer größeren Oberfläche als die Llanos in Venezuela bildet es die die größte überflutete Fläche der Welt mit einer Ausdehnung von durchschnittlich 200.000 Km2, die durch die erodierten Sedimente der umliegenden Berge die durch den Paraguay und seine Zuflüsse transportiert wurden gebildet werden.

Ökologisch gesehen ist es ein Savannensystem; in dem offene Gebiete mit lockerer Vegetation dominieren; mit versprengten dicht bewaldeten Inseln. Diese Landschaftsarten sind ohne Zweifel die Besten für die Beobachtung wilden Lebens da in anderen Gebieten mit dichter Vegetation wie z.B. dem Amazonischen Dschungel dies ein sehr viel schwierigeres Vorhaben wird. Anders als afrikanische Savannen sind neotropische Savannen feucht, da sie eine fast komplette Überschwemmung über sechs Monate im Jahr hinweg aufweisen und eine Trockenzeit mit sich auflösenden Lagunen und Flüssen während der anderen sechs Monate. Die hohe Verfügbarkeit des Wassers und das tropische Klima tragen zu der Extreme der Biodiversität zu jeder Zeit des Jahres bei.

Die Ebene hat eine durchschnittliche Höhe von 100 m üM die Wassertiefe hängt von der Saisionalität und der Regenintensität ab. Mit einer Niederschlagsmenge von 1000 bis 1400 mm wird das Jahr in zwei verschiedene Perioden geteilt: Regenzeit und Trockenzeit. Die erste Periode tritt von November bis April mit einer Wasserstandsdifferenz von bis zu 3m auf. In dieser Zeit sind bis zu 80 % der Ebene überflutet. Dieser Umstand, abgesehen davon, dass Pantanal ein Landschafts- und Lebensraumspektakel darstellt, beschert Pantanal die höchste aquatische Diversität der Vegetation der Welt. Von Mai bis Oktober hört der Regen auf und der Wasserstand sinkt. Übrig bleiben verteilte permanente Lagunen die zusammen mit den Flüssen den wilden Tieren Trink- und Futterstellen bieten und damit eines der bezauberndsten Bilder der Natur auf der ganzen Erde schafft. Ganz besonders die Wasservögel machen es für einen Ornithologen oder Photographen unablässlich diese Futterstellen aufzusuchen.

Als eines der reichsten Ökosysteme der Welt betrachtet beherbergt Pantanal über 3500 Pflanzenarten, 650 Vogelarten, 300 Säugetiere, 480 Reptilienarten und 400 verschiedene Fischarten. Es wurde als Biosphären Reservat und Weltnaturerbe der UNESCO anerkannt. In Brasilien ist Pantanal zum ökologischen Schutzgebiet ernannt und eine Fläche von 1400 Km2 zum Nationalpark deklariert worden. Die Straße die Pantanal im Norden kreuzt, die Transpantaneira Road ist ebenso wie ihre zahlreichen Holzbrücken per Gesetz als Nationalpark-Strasse als Hotspot der Biodiversität geschützt.

 
Get a feeling, Dario Goldentaer